6 Follower
25 Ich folge
Rosalie92

Rosalie92

Ich lese gerade

Rot wie das Meer
Maggie Stiefvater
David Copperfield
Charles Dickens

Delirium

Delirium  - Lauren Oliver, Katharina Diestelmeier

Inhalt:

Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.

 

Cover:

Das Cover ist nicht so meins. Die Schriften und die farbliche Gestaltung sind sehr schön aber mir gefällt das abgebildet Gesicht nicht so gut, ich finde die Perspektive irgendwie seltsam gewählt. Der Titel ist natürlich top.

 

Meine Meinung:

Wenn ein Buch so „gehypet“ wird wie dieses, neigt man oft dazu, mit viel zu hohen Erwartungen an die Sache ran zu gehen. Deshalb habe ich bewusst versucht meine niedrig zu halten und es ist mir auch gelungen, aber komplett ausblenden kann man die ganzen positiven Meinungen natürlich nicht. Ich sehe in diesen Buch nicht dieses Meisterwerk wie viele andere, was jetzt nicht heißt, dass es schlecht ist oder so. Ich kann definitiv erkennen warum es vielen so gut gefällt, keine Frage, aber mir persönlich hat Stellenweise einfach das Gewisse Etwas gefehlt.

Die Idee ist wirklich super originell, eine Welt ohne Liebe, mal ehrlich das kann man sich nicht vorstellen so zu leben. Und es ist bemerkenswert, dass die Autorin es geschafft hat, trotz des zentralen Themas Liebe, das Buch vollkommen kitschfrei zu halten. Lauren Oliver hat alle Aspekte des Fehlens der Liebe näher beleuchtet und nicht nur die im romantischen Sinne, sondern auch was es im Alltag mit sich bringt. Die Menschen gehen gleichgültig und ohne Mitgefühl durch die Welt und sie können nicht mal ihren Kindern Liebe entgegenbringen. Die Vorstellung finde ich echt beängstigend.

Auch hat man durch Lena‘s Gedanken einen guten Einblick in diese Welt bekommen, welche Ängste die Menschen haben und warum sie sich nicht dagegen auflehnen geheilt zu werden. Deshalb fand ich es sehr gut, dass sie am Anfang auch voll und ganz an dieses Weltbild geglaubt hat sonst hätte man sich in diese Menschen gar nicht hineinversetzen können.

Lauren Oliver‘s Schreibstill ist sehr außergewöhnlich, fast schon poetisch. War mal wirklich was anderes so einen Schreibstill in Kombination mit einer Dystopie zu lesen, aber mir hat es im Großen und Ganzen gut gefallen.

Die Charaktere die die Autorin geschaffen hat, waren mir schon sympathisch und ich mochte sie auch, aber so richtig ins Herz schließen konnte ich sie, in diesen ersten Teil, noch nicht.

Etwas das mich gestört hat war, dass es zwischen Lena und Alex irgendwie sehr schnell geht, ja klar es sind dann schon um die (oder mehr als) 100 Seiten vorbei wenn sie zusammenkommen, aber vorher haben sie sich nicht wirklich oft gesehen, ich hätte mir da eine langsamere Entwicklung gewünscht. Vor allem wenn man mal bedenkt, das Lena Liebe wirklich als Krankheit betrachtet. Und mir hat in ihrer Beziehung irgendwie noch was gefehlt, es war alles so perfekt (zu perfekt) und sie schneiden nie wirklich ernstere Themen an. Lena steht kurz vor ihren Eingriff der sie „heilen“ soll und sie reden da gar nicht drüber was das für ihre Beziehung bedeutet. Es hat einfach an „Herzschmerz“ gefehlt.

Das Ganze endet dann natürlich mit einem riesen Cliffhanger, aber ich kann jetzt nicht sagen, dass das Ende für mich überraschend war.

 

Fazit:

Originalität: 4,5 Sterne

Schreibweise: 4,5 Sterne

Charaktere: 4 Sterne

Spannung: 3,5 Sterne

Emotionale Tiefe: 4 Sterne

Humor: 3,5 Sterne

 

„Delirium“ ist ein sehr schönes Buch, mit einer wirklich außergewöhnlichen Idee. Für mich ist es zwar nicht dieses Meisterwerk wie für viele andere, weil mir Stellenweise einfach das Gewisse Etwas gefehlt hat. Aber trotzdem finde ich das Buch sehr gut und ich bin gespannt auf die Fortsetzung.