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Rosalie92

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Dark Love: Roman

Dark Love: Roman - Lia Habel

Inhalt:

Flackernde Gaslampen, dampfbetriebene Kutschen und Digitagebücher – das ist die Welt von Nora Dearly im Jahr 2195. Die 17-Jährige lebt im Internat, bis sie eines Tages entführt wird: Denn ein Virus greift um sich, das Menschen in lebende Tote verwandelt – und Nora trägt als Einzige die Antikörper in ihrem Blut. Bald muss sie feststellen, dass es auch wandelnde Untote gibt, die sich ihre Menschlichkeit dank eines Antiserums erhalten können. Und Bram, ihr Entführer, ist einer von ihnen. Nora verliebt sich in den jungen Mann, doch die Endlichkeit seiner Existenz bedroht ihre Liebe. Nur Noras Vater, ein hochrangiger Wissenschaftler, könnte ein Gegenmittel entwickeln, doch er ist selbst infiziert und droht zu sterben. Ist Noras Welt endgültig dem Untergang geweiht?

 

Cover:

Das Cover hat zuerst ziemlich kitschig und auch ein bisschen kindlich auf mich gewirkt, und nachdem ich mir die Kurzbeschreibung durchgelesen habe, dachte ich mir nur das passt ja überhaupt nicht zur Handlung. Aber jetzt da ich das Buch fertig gelesen habe muss ich sagen, dass mir das Cover jetzt viel besser gefällt und es auch sehr gut passt.

Den Titel finde ich nicht so gut gewählt, weil „Dark Love“ wirkt so 0815 mäßig, den Originaltitel „Dearly, Departed“ finde ich da um einiges passender.

 

Meine Meinung:

WoW, ich bin echt begeistert von dem Buch und hätte am Anfang wirklich nicht damit gerechnet, dass es mir sooo gut gefallen würde.

Das Buch kann man nicht eindeutig einem Genre zuordnen, denn eigentlich ist es eine Dystopie aber dadurch dass es in einem Viktorianischen Zeitalter angesiedelt ist, geht es für mich eher in die Richtung Steampunk, da Zombies ebenfalls eine große Rolle spielen, hat es aber auch einen Fantasy Aspekt. Man würde echt nie auf die Idee kommen, dass diese ganzen Genres so gut funktionieren könnten, aber das tun sie. Und es ist auch kein „ich schmeiß mal alles zusammen was sich grad gut verkauft“, sondern eine ganz eigene und sehr originelle Idee. Die Story ist nicht nur sehr gut durchdacht sondern auch sehr gut umgesetzt und es werden einem ebenfalls viele wissenschaftliche Erklärungen geboten die man in so manch anderen Buch nur vergeblich sucht.

„Dark Love“ war mein erstes „Zombiebuch“, vorher hatte ich mit Zombies nicht viel am Hut, ein weiterer Grund warum ich nicht dachte, dass mir das Buch so gut gefallen würde. Aber jetzt bin ich schon auf der Suche nach einer weiteren guten Zombiestory.

Lia Habel hat einen einzigartigen Schreibstill, ohne viel drum herum konnte ich mir alles genau vorstellen. Sie hat eine sehr schöne Ausdrucksweise die sehr gut zu Viktorianischen Zeitalter passt, das steht aber auch im Kontrast zum Dystopie Aspekt. Was aber keines Falls negativ ist, sondern das Buch noch außergewöhnlicher macht. Die Autorin verfügt auch über einen einzigartigen (schwarzen) Humor und an Sarkasmus fehlt es ihr auch nicht. Es wird nichts ins lächerliche gezogen aber trotzdem ist in den meisten Situationen eine gewisse Portion Galgenhumor mit dabei, und das hat mir total gut gefallen.

Lia Habel hat es echt geschafft sympathische Charaktere, die sich aber auch nichts gefallen lassen, zu kreieren die man einfach ins Herz schließen muss. Die Erzählersicht wechselt ständig, in keiner speziellen Reihenfolge, zwischen Nora, Bram, Pamela, Victor und Wolfe.

Was mir an dem Buch auch sehr gut gefallen hat war die realistische und glaubhafte Entwicklung der Charaktere und auch deren Beziehungen. Nora verliebt sich nicht von jetzt auf gleich in Bram und Allgemein hatte sie zuerst, was auch verständlich ist, so ihre Probleme mit den Zombies. Es hat eine Weile gedauert bis sie ihre Angst überwunden hatte, und gelernt hat die Zombies zu akzeptieren und zu respektieren, und dann Freundschaften mit ihnen zu schließen. Nichts ging zu schnell und das mochte ich sehr gerne.

Die Liebesgeschichte zwischen Nora und Bram finde ich sehr schön beschrieben. Und was sehr untypisch für Romane geworden ist, ist das man hier vollkommen von der äußerlichen Anziehung weggegangen ist. Die Beiden lieben sich weil sie sich gegenseitige Respekt entgegenbringen für das was sie sind, sich gegenseitig anspornen sie selbst zu sein, das Beste des jeweils anderen zum Vorschein bringen und nicht (nur) weil sie sich körperlich voneinander angezogen fühlen.

„Dark Love“ ist der Beginn einer Trilogie(?), aber das Buch könnte auch für sich alleine stehen. Es bleibt schon einiges offen, aber das könnte man theoretisch auch der Fantasie überlassen, das meine ich positiv denn nur wenige erste Romane von Reihen sind so gut ausgearbeitet wie dieser, das er für sich alleine stehen kann. Es gibt auch kein so typisches Cliffhanger Ende wie es gerade extrem in Mode ist aber trotzdem bin ich schon sehr gespannt wie es weiter geht.

 

Fazit:

Originalität: 5 Sterne

Schreibweise: 5 Sterne

Charaktere: 5 Sterne

Spannung: 4 Sterne

Emotionale Tiefe: 4,5 Sterne

Humor: 4 Sterne

 

„Dark Love“ ist ein großartiges Buch, das auf geniale Weise Dinge verbindet, die eigentlich nicht zusammengehören, aber hier perfekt harmonieren. Es konnte mich wirklich begeistern und damit hätte ich anfangs nicht gerechnet. Ich kann das Buch nur jeden empfehlen, der auf der Suche nach einer außergewöhnlichen und originellen Story ist.